Warum ihr das Problem seid.

Warum ihr das Problem seid.

Als ich meine Firma gegründet habe und anfing, nach Autorinnen zu suchen, war ich plötzlich mit Situationen konfrontiert, die ich so nie erwartet hatte.

Ich wurde immer wieder offen ausgefragt, wer ich eigentlich bin.
Woher ich komme.
Was ich mache.

Obwohl es mir wahnsinnig unangenehm war, habe ich mir Zeit genommen und viele Stunden in fremde Menschen investiert. Ich glaube, dass der Grund dafür war, dass ich verstehen wollte, woher eigentlich dieses unglaubliche (und detaillierte) Interesse an mir kam.
Man kann mich schließlich googeln, meine ehemaligen Arbeitgeber sind alle online, und überall streunen Menschen um mich herum, die mich aus meiner Offline-Welt kennen und bereits viele Jahre begleiten.

Damals dachte ich, dass es um mich geht. Darum, dass ich eine Frau bin und plötzlich mit einem Kleinstverlag selbstständig bin. Weil Frauen kann man ja nicht trauen – ihr checkt.
Aber es ging nie um mich.

Es ging um Menschen, die Autorinnen ausgebeutet haben und immer noch ausbeuten.
Vor euren Augen.
Jeden Tag.
Ihnen Hoffnung machen. Sie stundenlang beackern. Ihnen Telefonate aufzwingen, sie vollsäuseln.
Lovebombing, nur anders. Ihr versteht sicher, was ich meine.

Es ging um Menschen, die Autorinnen behandeln wie Dreck. Die sie aber auch brauchen, um mit ihnen Geld zu verdienen.
Bekanntere, für die Reichweite.
Unbekannte, weil man sie gut manipulieren kann.

Mit dem richtigen Corporate-Flair werden Umgebungen geschaffen, die für einen Moment schlüssig erscheinen. Man darf nur nicht zu nahe herantreten. Nicht zu weit hinter die Bühne schauen, da wartet nämlich eine Wahrheit, die weit über den Branchen-Gossip hinausgeht.

Und ihr?
Na ja. Ihr nehmt euch eben nicht die Zeit und hinterfragt Systeme. Ihr unterschreibt Verträge, weil ihr euer Buch veröffentlicht sehen wollt – egal um welchen Preis. Es wird gekichert, geheult und öffentlich herausgestellt, wie toll der Verlag ist.
Surprise: Ihr bezahlt Donald, Elon und Marc Junior. Ihr bezahlt die Ausbeuter, die jahrelang andere Menschen vor euch hinters Licht geführt haben. Mitarbeiterinnen warten bis heute auf Geld, das nie kommen wird.

Menschen sind bis heute in Therapie, weil sie Geschehenes nicht vergessen können. Weil sie trauern oder hoffen oder beides.
Da sind Menschen, die bedroht wurden, weil sie aufmerksam machen wollten. Weil sie verstehen wollten – aber hier werden dann keine Telefonate mehr geführt. Offenheit endet da, wo das Ego anfängt.

Ihr fangt an, die Ellbogen auszufahren, wenn es Menschen gibt, die euch warnen wollen. Ghostet oder werdet eklig und von oben herab.
Die eigene Geschichte wird schließlich publiziert – was sind da ein paar gebrochene Herzen, Knochen oder Werte mehr?

Ihr reicht eure Manuskripte bei Verbrechern ein.
Ihr gebt euer Gesicht und euren Namen für Menschen her, die kein Geschäft führen, sondern in Therapie gehen sollten.
Ihr seht weg oder gar nicht erst hin.

Sie hätten keine Spiele, wenn wir den Fernseher nicht einschalten würden.
[Frei zitiert aus Die Tribute von Panem von Suzanne Collins]

Ende.

 

Disclaimer:
Dieser Artikel ist mit Absicht vage gehalten. Ich sammle seit einem Jahr Beweise gegen eine und/oder mehrere Personen, die mehr Leben zerstört hat, als meine Hände Finger haben.
Aus juristischen Gründen werden selbstverständlich keine Namen genannt.
Bitte habt dafür Verständnis.

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2 Kommentare

Danke für diesen tollen Beitrag! Mir blutet immer das Herz, wenn ich sehe, dass wieder junge Autor*innen freudestrahlend verkünden, dass sie bei einem neuen Kleinstverlag untergekommen sind – und nach einer Weile gegenseitiger öffentlicher Liebesbekundungen bei TikTok und Co. hört man dann von den Autor*innen und ihren Büchern nichts mehr oder hintenrum, wie krass der Verlag sie ausgebeutet hat. Da waren schon einige wirklich heftige Geschichten dabei. Es ist wirklich schädlich, mit den Träumen anderer erst Geld zu verdienen und sie dann nach Strich und Faden auszunutzen.

Lilly

Es blutete mir immer wieder das Herz, das zu hören. Und wenn ich unbewusst Mittäterin bin, noch mehr.

Auch wenn es weh tut, solche Leute und Verlage gehören in die Öffentlichkeit.

Lupus (Yvonne)

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